
Geschichten aus der Ida-Welt
Du kannst nicht genug kriegen von Ida und ihren Freunden? Hier findest Du weitere Geschichten zum Vorlesen, Selberlesen und bebildert.
Es waren mal zwei Freunde - Ida und Pepper
An einem sonnigen Morgen flog die kleine Wildbiene Ida noch recht verschlafen durch die Gärten. Sie war auf der Suche nach leckeren Blüten voller süßem Nektar. Ihr wisst schon, Kinder, Ihr wisst schon, Kinder, Nektar schmeckt den Wildbienen so lecker wie uns Menschen der Honig. Plötzlich hörte sie ein Sirren hinter sich. Neugierig drehte sie sich um – und da war er: Eine winzige, flinke Wildbiene mit strahlend grünen Augen. „Hallo, ich bin Pepper!“ rief er begeistert und flatterte aufgeregt um Ida herum. Pepper war erst vor wenigen Tagen geschlüpft und freute sich über jede neue Biene, die er traf. „Hallo Pepper, ich bin Ida“, antwortete Ida freundlich. „Was machst du denn hier?“ „Ich suche Blätter zum Schneiden“ erklärte Pepper stolz. „Schau mal, was ich kann!“ Blitzschnell sauste er zu einem Blatt und – knips, knaps, knups – war ein rundes Stück herausgeschnitten. Ida staunte. Sie hatte noch nicht einmal gesehen, wie Pepper das gemacht hatte, so schnell war es passiert. „Wow, wie geht das? Machst du das mit deinen grünen Laseraugen?“ fragte Ida neugierig. „Vielleicht, vielleicht“ schmunzelte Pepper geheimnisvoll. Dass er in Wirklichkeit die Blätter mit seinen starken Mundwerkzeugen abnagte, das konnte er ja später noch erzählen. Ida glaubte also, dass er Laseraugen hätte – wie gut sich das anfühlte. So konnte er diese nette, neue Biene prima beeindrucken. Die beiden Wildbienen setzten sich zusammen auf einen Ast und bastelten an dem Blattstück rum, welches Pepper ausgeschnitten hatte. Er wirkte bedrückt; nach einer Weile erzählte er Ida aber von seinem Problem. „Ich bin nicht gut im Nektar finden“ gestand er ihr traurig. Ida staunte: „Aber wieso denn, Blüte sehen, landen und ran an den Nektar, das ist doch eigentlich ganz einfach!“ „Na ja, irgendwie erwische ich immer die falschen Blüten. Ich suche und fliege, gebe mir richtig Mühe, krabbele in die Blüten rein und dann ist da einfach kein Nektar“ seufzte er. Ihr Kinder könnt euch das so vorstellen, euch wird versprochen, dass es ein großes Eis gibt, wenn die Hausaufgaben fertig sind. Dann gebt ihr euch viel Mühe und seid fleißig. Voller Erwartung fahrt ihr dann mit Papa zur Eisdiele und... die hat an diesem Tag nicht geöffnet. Das ist doch sehr enttäuschend. „Ich kann dir helfen!“ sagte Ida fröhlich. „Komm mit, ich kenne die besten Tricks um an den Nektar zu kommen.“ Gemeinsam flogen sie durch die Gärten und Balkone. Ida erklärte, woran man gute Blüten erkennt: „Siehst du die Ringelblume dort drüben?“ fragte sie und zeigte auf eine Blume mit orangenen Blütenblättern. „In der Mitte ist unser Landepunkt, der zeigt uns, wo wir landen müssen. Und da drunter findest du den Nektar.“ Pepper probierte es aus. Er landete auf dem Ringelblumen-Landepunkt und tatsächlich war da drunter der süße Nektar. „Boah, lecker!“ rief er begeistert. Gemeinsam probierten sie den Landepunkt bei einem Gänseblümchen aus. Auch hier gab es den besten Nektar. „Es funktioniert!“ strahlte Pepper glücklich. „Und siehst du die blaue Glockenblume mit den Stängeln in der Mitte?“ erklärte Ida weiter. „Die sind wie Haltestangen für uns Wildbienen. Die kannst du anfliegen, dich festhalten und dann zum Nektar krabbeln.“ Pepper probierte auch das aus. Er rauschte zwischen die Haltestangen, hielt sich daran fest und schaukelte erst mal lustig vor uns zurück, bevor er tiefer in die Blüte kroch und auch dort Nektar fand. „Du bist die beste Lehrerin, Ida!“ sagte er glücklich. Nun kannte er schon zwei tolle Tricks, bei welchen Blüten er gute Chancen auf Nektar hatte. Nach einer Weile waren beide satt und zufrieden. Pepper wollte wissen, warum es so viele schöne Blüten ohne Nektar gibt. Ida erklärte: „Die Menschen pflanzen sie, weil sie hübsch aussehen. Aber sie wissen nicht, dass wir Wildbienen dort keinen Nektar finden.“ „Menschen sind ja komisch“ lachte Pepper. „Aber jetzt weiß ich ja, worauf ich achten muss, Landepunkte und Haltestangen!“ Peppers grüne Laseraugen leuchteten vor Begeisterung noch ein wenig grüner als sonst und er sang ausgelassen: „Landepunkte mag ich sehr und Haltestangen noch viel mehr.“ Als die Sonne unterging, kuschelte sich Ida an eine große Blüte und rollte sich gemütlich zusammen. Pepper aber war noch so aufgeregt, dass er nicht schlafen konnte. Er flog noch ein wenig herum und schnitt, einfach so aus Spaß, noch an ein paar Blattstücken herum. So endete ihr spannender Wildbienentag – und noch im Schlaf sang Pepper: Landepunkte mag ich sehr …
Peppers Lied findet ihr hier zum Downloaden und Mitsingen.
Es waren mal drei Freunde
1.Es waren mal drei Freunde Es waren mal drei kleine und hungrige Wildbienen. Die Freundesclique bestand aus drei besten Freunden: Ida, Pepper und Zieser. Bei ihnen war immer etwas los. Ida war eine sehr kluge Biene. Wenn jemand Rat brauchte, wusste Ida fast immer eine hilfreiche Antwort. Ihr kleiner Freund Pepper war quirlig, flink und voller Energie. Seine grünen Laseraugen funkelten vor Freude, wenn er kleine Stückchen aus Blättern und Blüten schnitt. So etwas konnte nur er. Er war ja auch eine Blattschneiderbiene! Dann war da noch Zieser. Er hatte drei wirklich spitze Dornen an seinem Po und liebte es, seine Freunde damit zu beschützen. Na ja, und manchmal auch ein wenig damit anzugeben. Er war mächtig kräftig, und mit seinen knalligen gelben Streifen am Körper beeindruckte er so manches freche Insekt. Aber in Wirklichkeit war Zieser ein treuer Kumpel. Er war eine echte Garten-Wollbiene Früh am Morgen flogen sie heute zusammen auf Nektarsuche. Zieser hatte am Tag davor einen Balkon entdeckt, auf dem es tolle Blüten für sie gab. Schon nach kurzem Flug stieg Ida der Duft des Nektars in die Nase; schnell krabbelte sie in die erste Blüte und Pepper und Zieser hinter her. Sie mussten meistens tief in die Blüten hineinkriechen, um an ihr geliebtes Flugbenzin zu kommen. Und wenn sie schließlich wieder herauskrabbelten, waren sie oft über und über in gelben und roten Pollen eingehüllt. Als die drei Bienen aus der nächsten Blüte kamen und über und über bunt bekleckert waren, hörten sie ein helles Lachen. „Hihihihi. Was seid ihr denn für schräge Vögel?“, lachte ein riesiges, schwarzes Insekt, welches sich den Bauch vor Lachen hielt. Es saß frech auf einem Blatt und lachte sie einfach aus. Wütend starrten Ida und Zieser dieses große, schwarze Tier an. Pepper, der meistens schnell so richtig wütend wurde, meckerte direkt los: „Aber du, ne? Was bist denn du für ein komisches Ding? Selber schräger Vogel.“ „Soll ich dir mal meine Dornen zeigen?“, meckerte Zieser direkt mit, um seinen Freund zu unterstützen. „Entschuldigung“, sagte das fremde Tier ernst, bevor es dann doch wieder in schallendes Gelächter ausbrach. „Aber guckt euch doch mal an.“ Immer noch wütend guckten sich die Freunde gegenseitig an. Erst starrten sie, dann kicherten sie und schließlich brachen auch sie in lautes Lachen aus. Sie sahen aber auch zu lustig aus, so kunterbunt. Vor allem Ida. Sie hatte so viel Pollen an ihrem Bauch, dass sie aussah wie ein kugelrunder, bunter Ball. Aber nicht wie eine Biene. Als die vier fertig gelacht hatten, fragte Pepper das fremde schwarze Tier: „Was bist du denn für ein Insekt?“ „Jo. Ich bin eine Wildbiene und heiße Boulder“, sagte Boulder mit sanfter Stimme, die so gar nicht zu ihrem großen, schwarzen Körper passen wollte. Nun rissen die drei Freunde aber die Augen auf. So eine Biene hatten sie noch nie gesehen. So groß, so schwarz, schimmernd und mit blauen Flügeln. „Und was seid ihr?“ fragte Boulder zurück. „Äh, hallo, auch Wildbienen; das sieht man doch“, meckerte Pepper, der immer noch ein wenig sauer war. Jetzt guckte Boulder aber zweifelnd. Ida blickte zu Pepper und sagte: „Sie hat recht, wir sehen schon sehr komisch aus, mit all den bunten Pollen an uns.“ „Ha“ rief Pepper und schwang sich zu einer Blüte mit Haltestange und drehte sich daran so schnell, dass der Pollen nur so in alle Richtungen flog. Nun konnte man die Wildbiene auch als Wildbiene erkennen und Boulder riss erstaunt den Mund auf. „Boh, echt, ihr seid ja wirklich Bienen, wie cool ist das denn.“ Eigentlich fanden die drei die schwarze Biene ganz nett, jetzt, wo sie aufgehört hatte, sie auszulachen. Gemeinsam hockten sie sich auf ein gemütliches Blatt und ihre neue Freundin erzählte, wie sie an den Nektar kommt. Sie machte es sich ganz unten, da wo der Stängel die Blüte hält, gemütlich und pikste mit ihrem Rüssel ein kleines Loch in die Seite der Blüte. Und schwupps, genau da ist der Nektar. „Das geht blitzschnell und man sieht dann auch nicht so aus wie ihr“, grinste sie zufrieden und nahm einen tiefen Schluck der süßen Nahrung. „Das ist wunderbares Flugbenzin. Mit dem leckeren Nektar fliege ich ganz weit und super schnell.” Die anderen Bienen grinsten: Boulder war wohl die Stärkste von ihnen und sie machte einfach Löcher in die Blüte. Das war schon etwas Besonderes, und ein wenig neidisch waren die anderen auch. Boulder war schon eine echt coole Biene. Als der Tag zur Neige ging, suchten sie sich weiche Gräser und Blumenstängel, um daran zu schlafen. Sie hängten sich mit ihren kräftigen Zähnen an die Stängel, ließen sich baumeln und sanken schon bald in einen tiefen, festen Schlaf. Die Sterne leuchteten am Nachthimmel, und die vier Freunde waren glücklich – nicht nur wegen des Nektars und der Blüten, sondern weil sie sich als Freunde hatten. So endete ein schöner Tag für die vier Wildbienenfreunde, und sie träumten von Gärten mit Blüten voller Nektar. Und schon bald wartete das erste Abenteuer auf sie.

Die kitzelige Wildbiene Tilla
Das große Fußball-Abenteuer
Es war ein sonniger Tag und die kleinen Wildbienen Ida, Pepper, Zieser und Boulder saßen so auf ihrem Lieblingszweig herum. Über dem Zweig hing ein großes Blatt und trotzdem schien die Sonne herein, das machte den Bereich so richtig gemütlich. „Ich habe eine großartige Idee“, summte Zieser plötzlich, “lasst uns heute Fußball spielen!“ Die vier Freunde hatten kleinen Menschen einmal dabei zugeguckt, wie sie immer wieder nach einem Ball getreten haben und dabei offenbar viel Spaß hatten. So etwas wollten sie schon immer mal ausprobieren. Ida klatschte begeistert mit ihren kleinen Flügeln. „Super Idee, Zieser! Aber wie sind die Regeln? Die kleinen Menschen haben ja nur vier Beine und wir Insekten sechs. Womit dürfen wir denn nun den Ball treten?“ Der zappelige Zieser wackelte mit all seinen Bein und rief: „Mit allen natürlich. Ich verstehe eh nicht, wie die Menschen mit nur vier Beinen überhaupt zurechtkommen.“ Ida grinste. Boulder brummte aufgeregt: „Aber Moment mal… wir brauchen einen Fußball!“ Nach kurzem Überlegen hatten sie einen Plan: „Wir können einen Fußball aus Blütenpollen drehen! Dann können wir ihn hin und her kicken!“ rief Ida aufgeregt. Die drei Freunde machten sich auf die Suche und flogen von Blüte zu Blüte. Sie fanden prachtvolle Blumen in den schönsten Farben: große rosa Blüten, leuchtend blaue Blüten und duftende weiße Blüten. Doch egal wie oft sie in die Blüten schauten – sie fanden keinen Pollen. „Was ist denn das?“ meckerte Pepper enttäuscht. „So schöne Blumen, aber sie haben keinen Pollen!“ „Ohne Pollen können wir doch keinen Fußball drehen!“ klagte Ida traurig. Die vier Bienen schauten sich ratlos an. Was waren das nur für merkwürdige Blüten? Da entdeckten sie ein Insekt, das dick und gemütlich auf einem Ast saß. Es war eine weise alte Hummel mit grauen Haaren und einem freundlichen Gesicht. „Warum seht ihr so traurig aus, kleine Bienen?“ fragte sie. Zieser erzählte ihr von den wunderschönen Blüten ohne Pollen. „Wir wollten Pollen sammeln und den Fußball daraus drehen“, erklärte er. Die alte Hummel nickte verständnisvoll und sprach mit ruhiger Stimme: „Ach, ihr kleinen Wildbienen, das liegt daran, dass diese Blüten von den Menschen gezüchtet wurden. Sie sind sehr schön, aber leider haben sie oft weder Pollen noch Nektar für uns Insekten.“ Ida staunte: „Aber wozu sind die Blüten dann da, wenn wir nichts davon haben?“ Die Hummel lächelte und sagte: „Na ja, die Menschen finden sie halt schön. Sie wissen einfach nicht, dass wir damit nichts anfangen können. Aber keine Sorge, ich zeige euch Blüten, wo ihr euch den Fußball drehen könnt.“ Die Hummel führte die kleinen Bienen zu den verschiedenen Blüten und erklärte, woran sie die mit dem leckeren Pollen erkennen können. Sie zeigte ihnen Blüten, die wie kleine Körbchen aussehen. Und sie zeigte ihnen Lippenblütler. Das sind Blüten, die aussehen wie ein kleiner Mund und den Bienen beim Nektartrinken den Rücken pudern. Glaubst du nicht? Stimmt aber. Dann gab es noch Schmetterlingsblütler zu sehen, die wie ihr Freund Fred, der Schmetterling, aussahen. Die vier Bienen staunten und flogen ganz aufgeregt summend umher vor lauter Freude. Denn alle Blüten, welche ihnen die alte Hummel zeigte waren voll von Nektar und Pollen. Zu den lustigen Lippenblütlern und den Schmetterlingsblütlern gibt es auch eine spannende Geschichte, aber die erzähle ich euch ein anderes Mal. „Das sind also die besten Blüten für uns!“ rief Boulder begeistert. „Guckt mal“, rief Pepper, „da sind Haltestangen, oh, die liebe ich!“. Zieser lachte laut auf, er konnte sich noch gut daran erinnern, wie Pepper an diesen Haltestangen rumgeturnt hatte, und er erinnerte sich auch noch genau daran, was danach passierte. Aber auch das ist eine andere Geschichte… Die vier Freunde fanden in kürzester jede Menge der richtigen Blüten, die voller Pollen waren. Sie sammelten und sammelten, bis sie einen schönen runden Fußball gerollt hatten, klopfen den Pollen schön fest und mischten noch etwas Nektar darunter. Als er schön rund war, wälzten sie ihn noch im Staub, damit er nicht an ihren Füßen kleben blieb, wenn sie endlich Fußball mit ihm spielen konnten. Auf einem großen Blatt begannen Zieser, Ida, Pepper und Boulder ihr Bienen-Fußballspiel. „Hier kommt der neue Ronaldo!“ rief Zieser, während er den Ball kickte. „Ha, gegen mich, den blauen Messi, kommst du nicht an!“ protzte Boulder und schoss den Ball mit einem kräftigen Doppelschuss zu Ida. Ein Doppelschuss beim Bienen-Fußball ist ein ganz besonderer Trick: Man schießt mit mindestens zwei Beinen gleichzeitig. Wenn man den Ball richtig erwischt, fliegt er von einem Strafraum bis in den andern. So eine Wucht hat er dann. Ihr müsst wissen, dass Bienen sechs Beine haben. Sechs! Und mit allen darf beim Wildbienen-Fußball gespielt werden. Sogar mit zwei Beinen gleichzeitig; das ist dann ein Doppelschuss. Den beherrschten nur wenige Bienen, Boulder war eine davon und sie war unschlagbar gut darin. Sie lachten, summten und traten den Ball, bis sie vor Müdigkeit fast umfielen. Abends, als die Sonne unterging, klammerten sie sich mit ihren müden Beinen an einen Blumenstängel und schliefen sofort ein. Es war ein toller Tag gewesen, und die vier Freunde träumten von Blüten, Pollen und dem nächsten großen Bienen-Fußballspiel.
